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Schon etwas her, aber doch nicht so schnell zu vergessen:

Aufregende Ferien in Spanien
Das Camp war vom 1.10.2021 bis 10.10.2021 in Cambrils in Spanien im Hotel les Olivieres.
Von der Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg kamen 10 Jugendliche mit.

Das Abenteuer, welches unter dem Namen Refresh Camp bekannt ist, startete am 1.10.2021, Freitagnachmittag. Vor der evangelischen Kirche in Heerbrugg war unser Treffpunkt. Dort sollten wir als erste vom Car abgeholt werden. Als alle da waren und bereit, den Car zu betreten, ging das Abenteuer endlich los. Die 15 Stunden Fahrt waren nicht so schlimm wie befürchtet. Die vielen Tankstellen und McDonald’s Stopps wie auch die gute Stimmung im Car liessen es nicht zu das jemandem langweilig wurde.
Im Hotel eingetroffen waren wir alle erschöpft. Nicht selten hörte man den einen oder anderen sagen, dass sein Rücken und Nacken schmerzten. Bevor wir unser neues Zuhause für die nächste Woche bestaunen und erkunden durften, ging es zum Buffet. Wir waren alle etwas hungrig und kaum hatten wir das Essen gesehen, stieg die Stimmung. Uns erwartete ein Buffet wie aus einem Traum. Von Brot und Confi über Rührei, Crêpes und Waffeln zu Kuchen hatte es schlichtweg alles. Als wir unsere Zimmer bezogen und die Hotelanlage besichtigen durften, sagte dann auch der letzte nichts mehr. Das Hotel war ein Traum. Niemand hätte sich erträumt ein Lager unter solchen Umständen zu erleben. Wer nach Massenschlägen, Gruppenduschen, langweiligem Programm, engen kleinen Zimmern oder gar dem gümmigem Lageressen suchte war hier falsch. Die Anlage war auf einer Klippe, gelegen, so dass man eine Aussicht hatte, besser als in jeder Werbung. Lief man der Klippe entlang, gab es einen Weg von ein paar Minuten, der zu unserem Strand führte. Direkt vor dem Hotel hatte es mehrere Pools, einen Fußballplatz, einen Basketballplatz, 2 Padél-Felder, ein Volleyballfeld und viel Natur.
Jeder durfte seine Zeit individuell verbringen. Jeden Abend wurde auf der Homepage das Programm des nächsten Tages aufgeladen z.B. Padél, Fussball, Jugger zu spielen oder sich abseilen, ins Wellness gehen, Wasseraerobic, Handlettering. Es hatte für jeden Geschmack immer etwas dabei. Entschied man sich für etwas, konnte man sich einfach anmelden. Wer sich lieber den ganzen Tag am Pool bräunen wollte durfte auch das. Das einzige Pflichtprogramm war grundsätzlich immer morgens und abends. Nach dem alle gebruncht hatten trafen wir uns im Saal. Dort hatte es eine Bühne, eine Leinwand und sehr viel Platz. Jeden Morgen und Abend feierten wir einen Gottesdienst zusammen. Wir sangen sehr viel, hörten mitreisende Lebensgeschichten und erfuhren viel über das Leben. Jeder Tag begann mit einem neuen Motto, welches immer eine Frage war, wie: Was bringts? Diese wurden im Laufe des Tages beantwortet.
Die wichtigste Zeit des Tages war aber die Gruppenzeit. In dieser sass jede Kirchgemeinde separat und erarbeitete individuelle Dinge. Wir haben viel persönliches über die anderen erfahren und wie Gott jedem einzelnen geholfen hat. Jeder von uns hat ein anderes Bild vom perfekten Glauben und genau das war das schöne, denn so hatte jeder die Möglichkeit offen über alles zu reden. Jeder war für jeden da. Alter und Geschlecht spielten keine Rolle. Am Ende des Camps war unsere Gruppe keine zusammengewürfelter Haufen Fremder, die als einziges denselben Glauben teilten. Wir wurden eine Familie.
Abends gab es noch das Abendritual, bei welchem wir am Strand zusammenkamen. Jeder hatte seine eigene Kerze, welche er immer mitnahm. Wir lauschten den Wellen und beteten, so hatte jeder Tag einen angenehmen und beruhigenden Ausklang. Als wäre das nicht schon genug, hatten wir noch 2 spektakuläre Ausflüge. Wir durften einen grossen Markt besuchen gehen. Es hatte Unmengen an Kleidern, Schmuck, Spielzeugen, Tüchern einfach alles Mögliche. Man konnte auch viele spezielle Gebäcke, Süssigkeiten und exotische Früchte und Gemüse kaufen. Unsere Gruppe war immer voll mit Motivation und so kam es dazu, dass wir mitten im Markt in Spanien einen Flashmob tanzten. Glücklicherweise hatten ein paar Musikboxen dabei, mit welchen wir den ganzen Markt mit Musik erfüllten. Viele Fremde schauten uns lange zu und nicht selten zückte der ein oder andere sein Handy, um uns zu filmen. Der andere Ausflug war in 2 geteilt. Jeder entschied, ob er im Camp Nou den heiligen Rasen küssen wolle oder eine Shopping- und City Tour in Barcelona. Ich war in Barcelona und habe es nicht bereut. Die Stadt ist atemberaubend. Die Gebäude sind wunderschön und es hatte unglaublich viele Läden und Stände. Sogar einen Essensmarkt hatte es. Als das Camp am 10.10.2021 sein Ende fand war der Abschied für alle schwer. Nicht selten kullerte die eine oder andere Träne jemandem die Wange runter.

(Text: Lina Haselbach, Teilnehmerin)

Videobearbeitung Sam de Keijzer

Foto:Johanna Groß

In einer deutschen Kleinstadt befindet sich das «Arolsen Archiv» mit Dokumentensammlungen über die Opfer und Überlebenden des Nationalsozialismus. Darin sind rund 30 Millionen Akten mit Hinweisen auf die Schicksale von 17,5 Millionen Menschen aufbewahrt. Massenhaft Namen, Zahlen, Orte, Daten, Fakten wie Sand am Meer unüberschaubar.

Sie könnten schnell verloren gehen und verstauben in dunklen Archivschränken, bedeutungslos werden nach so langer Zeit. Doch die Verantwortlichen stellen sich ihrer Aufgabe, mit den Chancen des Internets. Sie bauen das weltweit grösste Onlinearchiv auf, als digitales Denkmal für die Menschen, die damals verfolgt wurden. Ziel ist, dass jeder / jede von überall aus kostenfrei im Internet recherchieren, sich über Schicksale informieren, Forschung betreiben oder Familiengeschichten rekonstruieren kann.

Doch wie kann man diese Herkulesaufgabe bewältigen und die Daten auf Papier ins Internet stellen?

Mehr als 21000 Freiwillige, darunter ganze Schulklassen aus der ganzen Welt, helfen dabei, die Formulare abzutippen. Sie diskutieren, korrigieren einander, finden neue Informationen. Das Projekt heisst «Jeder Name zählt».

Eine Kerze brennt an meinem Schreibtisch, während ich die Namen von Menschen eingebe, die in Konzentrationslagern interniert waren: Iwan, Lea, Karol. Ich lese, wo sie gewohnt haben, wann sie Geburtstag hatten, sehe ihre Nationalität und welche Religion sie hatten. Gedanken mache ich mir auch über diejenigen, die diese Häftlingskarten ausgefüllt haben. Gewissenhaft und korrekt haben sie die Daten aufgenommen, so wie ich jetzt Jahrzehnte später, allerdings aus anderen Motiven. In meiner Muttersprache, mit gestochener oder kunstvoll geschnörkelter Schrift, haben sie aus ihrer Gesinnung heraus über Menschen befunden: «arbeitsscheu» oder «Gesichtsform: Zigeuner», steht da. Die Beurteilungen von bürokratischen NS-Verbrechern sind es nicht, die von einem Menschen bleiben. In stundenlanger Freiwilligenarbeit nehmen sich Volontäre heute mit Hingabe den Schicksalen der Menschen an und wirken mit, dass sie nicht vergessen werden. Jeder Name zählt. Dann wird ein Leben unter Milliarden sichtbar. Das ist die Perspektive Gottes. «Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.» Gott erinnert sich für alle Zeiten an uns. In seinem Gedächtnis sind wir aufgehoben, auch wenn es einmal niemanden mehr geben wird, der sich an uns erinnert. Das tröstet, wenn wir in diesen Tagen an unsere Verstorbenen denken. Das gilt für uns und für alle Toten über Zeit und Raum hinweg.

(Manuela Schäfer, Pfarrerin in Berneck)

Veröffentlicht im "Rheintaler" vom 6.11.2021

Die katholische Pfarrei und die evangelische Kirchgemeinde Berneck begangen miteinander das Erntedankfest. In einem ökumenischen Gottesdienst musizierte das Rex Quintett und berührte mit besinnlichen und fröhlichen Melodien. Pfarrer Josef Benz und Pfarrerin Manuela Schäfer betrachteten Erntedank im Jahreslauf und ermutigten zu Dank gegenüber Gott, dem Geber aller Gaben, und zu Grosszügigkeit bei den Mitmenschen. Die zahlreichen Mitfeiernden genossen den Anblick der mit den Erntegaben reich geschmückte Kirche und freuten sich anschliessend am Beisammensein beim Apéro auf dem Kirchplatz. (ms)

Bilder und Text: Markus Löliger

Die Männerchöre Au Berneck und Heerbrugg umrahmten den Bettags-Gottesdienst in der Kirche Berneck musikalisch.

Erster Gottesdienst ohne Masken seit langem

Am Bettag (19. September) konnte zum ersten Mal seit langem ein Gottesdienst ohne Masken gefeiert werden. 3G und dem Zertifikat sei Dank. Das kam nicht nur dem „ungehinderten“ Gesang der Kirchenbesuchenden in der Kirche Berneck zugute, sondern auch der musikalischen Gestaltung durch die vereinigten Männerchöre von Au Berneck und Heerbrugg.

Eine Taufe ergänzte die Feierlichkeit des traditionellen Bettags-Gottesdienstes, der eine schweizerische Spezialität darstellt – entstanden in den Wirren und Kämpfen vor der Gründung der Eidgenossenschaft 1848. Dank geschicktem Verhalten der Politik konnte damals der Sonderbundskrieg zwischen den beiden Konfessionen nach kurzer Zeit mit wenigen Opfern beendet werden. Damals wurde der Dank-, Buss- und Bettag als religiös-politischer Feiertag in allen Kantonen eingeführt. Der neue eidgenössische Feiertag sollte den neu geschaffenen Bundesstaat einen.

Den richtigen Weg weisen

Es sollte ein Tag des Dankes, der Busse und des Gebets sein. Pfarrerin Sabine Gritzner-Stoffers verlas das Bettagsmandat der Kantonalkirche und zeigte in leichtverständlicher Form auf, warum gerade in diesem Jahr mit der Corona-Pandemie dem Bettag und den dahinterstehenden Gedanken eine besondere Bedeutung zukomme: „Der Gedanke der gegenseitigen Verbundenheit trägt die Gesellschaft in besonderem Mass und ist eine wichtige Basis für das Zusammenleben untereinander.“ Mit Busse sei die Umkehr auf einem als falsch erkannten Weg gemeint. Das habe damals gegolten und sei auch heute ein wichtiges Signal für die Gesellschaft. Das Beten zeige uns den Weg zu Gott und zur gegenseitigen Unterstützung und gesellschaftlichen Achtung.

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von den vereinigten Männerchören Au Berneck und Heerbrugg unter der Leitung von Karl-Heinz Rigger. Den Abschluss bildete der traditionelle Imbiss im Torkel Berneck.

Das 3G-Zertifikat wird vor der Kirche mit einem Klick geprüft.

Eine Taufe bereicherte den Bettags-Gottesdienst in der reformierten Kirche Berneck.
Ausklang des Gottesdienstes im Torkel bei Grillwurst und Wein.

Es ist der traditionsreichste Gottesdienst der reformierten Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg: „Der Gottesdienst unter der Linde“. Wetterbedingt fand er dieses Jahr in der Kirche und im Foyer der Mehrzweckhalle statt. Er verband das Feierliche in geradezu idealer Weise mit dem Gemeinschaftlichen. Ein Wettbewerb für alle Altersgruppen und der offerierte Imbiss rundeten den Anlass ab.

Pfarrerin Sabine Gritzner-Stoffers und Prädikant Felix Indermaur näherten sich dem Thema Mensch und Baum aus religiöser Sicht mit vielen Beispielen aus der Bibel. Der zweite Schöpfungsbericht am Anfang der Bibel beschreibt die Begründung des Paradieses mit einem Baumgarten; dort standen neben anderen auch der Baum des Wissens und der Baum der Erkenntnis.

Einen andern Weg zum Thema Baum beschritt Sylvia Baumann als Ressortleiterin Familien und Kinder zusammen mit den Jugendbetreuerinnen. Sie gingen das Thema vom Alltäglichen her an mit einer Sammlung von Pflanzenblättern. Diese hingen, mit dem Pflanzennamen beschriftet, überall in der Kirche. Noch während des Gottesdienstes waren die Teilnehmenden deshalb eingeladen, durch die Kirche zu spazieren und sich all diese Blätter anzuschauen.

Zusammen zum gemeinsamen Werk

Beim von der Kirche offerierten Imbiss waren dann alle eingeladen, mit Farbestiften und weiterem Gerät Blätter auf Papier zu zeichnen, zu malen oder anders zu gestalten. Diese sollen auf ein überdimensioniertes Plakatpapier – einen Baum darstellend – geklebt und das Gesamtwerk in den kommenden Wochen in der Kirche ausgestellt werden.

Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet vom Kirchen- und Gospelchor unter Anja Hangartner, am Klavier unterstützt von Aki Funakoshi. (lö)

Der traditionelle «Gottesdienst unter der Linde» fand wetterbedingt in der Kirche statt unter der grossen Linde statt, war aber trotzdem gut besucht. (Bilder Markus Löliger)
Die Kirchgänger zirkulieren in der Kirche zu den Blättern
An den Tischen beim Imbiss wird nach Herzenslust gemalt und gezeichnet, im Anschluss wurden die «Bildblätter» ausgeschnitten und auf einen grossen Baum geklebt welcher nun in der Kirche zu besichtigen ist

Pfarrerin Sabine Gritzner-Stoffers und HEKS-Vertreter Karl Heuberger im Gespräch an der Bilder-Ausstellung. Bild: lö

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) hilft seit 75 Jahren überall in der Welt, wo akute Not herrscht und dort, wo Entwicklungszusammenarbeit nottut. In der reformierten Kirche Heerbrugg präsentieren 24 eindrückliche Bilder aus diesen 75 Jahren die dringend nötige Hilfe des HEKS ebenso wie die Entwicklung der Hilfsorganisation.

Eine langjährige Mitarbeiterin hat einmal formuliert, was das HEKS bewirkt: „Es hat zwar nicht die Welt verändert, aber immer wieder Zeichen gesetzt, die zeigen: eine andere Welt ist möglich.“ Karl Heuberger hat bei der Vernissage der Ausstellung in der reformierten Kirche in Heerbrugg die 75 Jahre Entwicklung der Hilfsorganisation in geraffter Form aufgezeigt. Begonnen habe alles 1946, als nach dem Krieg in Europa und vorab in Osteuropa eine schlimme Situation und überall Hunger und Not geherrscht habe. Am Anfang hätten die reformierten Kirchen in der Schweiz gestanden, die unbedingt Hilfe leisten wollten und dafür eine Organisation brauchten für diese Aufbauarbeit. Es habe damals begonnen mit Hilfe vor Ort und Hilfe für Flüchtlinge, welche in die Schweiz kamen. 

In den 50er und 60er Jahren wurde die Hilfe entsprechend der Not auf weitere Kontinente ausgedehnt. Es ging vor allem um Hilfe zur Selbsthilfe. In diesen Jahren wurde auch die Aktion „Brot für Brüder“ ins Leben gerufen, später in „Brot für alle“ umgetauft. In den 80er und 90er Jahren verstärkte das HEKS die Hilfe und Betreuung von Flüchtlingen in der Schweiz – zum Teil im Auftrag des Bundes und der Kantone. Der HEKS-Mitarbeiter betonte in seinem Kurzvortrag, dass Covid-19 die Arbeit massiv verändert habe.

Heute betreut HEKS 250 Projekte in etwa 30 Ländern. Dafür steht ein Budget von 80 Mio. Franken zur Verfügung, die zu je einem Drittel von den Kirchgemeinden und kirchlichen Organisationen, vom Bund sowie von Spenden aufgebracht werden. 300 Mitarbeitende stehen im Dienste der Organisation.

„Blick über den Tellerrand“

Pfarrerin Sabine Gritzner-Stoffers, die diese Ausstellung ins Rheintal geholt hat, freute sich über den guten Besuch der Vernissage. Sie sehe die Ausstellung als typische und gelungene Geschichte des „Blicks über den Tellerrand“. Es sei auch ein klarer Einbezug der Menschenrechte, wie sie auch in der Bibel immer wieder vorkomme. Beispielsweise im Buch Mose, wo steht: „Es sollte überhaupt kein Armer unter euch sein.“ (5. Mose 15,4). Das Buch der Bücher enthalte zahlreiche Gebote, die ein menschenwürdiges Leben für alle ermöglichen wollen, sagte Pfarrerin Gritzner-Stoffers. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom früheren Organisten der Kirchgemeinde, Stephan Hladik, der die Musik in seiner gewohnt lockeren Art interpretierte.       

Die Ausstellung dauert noch bis am 11. Juli und kann tagsüber besichtigt werden.

Blick in die Ausstellung im Kirchgemeindehaus Heerbrugg. Bild: lö

In der gutbesetzten Kirche in Heerbrugg hat die reformierte Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg die Popularmusikerin Sina Knaus verabschiedet. Sie verlässt nach vier Jahren erfolgreicher Tätigkeit Berneck-Au-Heerbrugg. Sie hat in dieser Zeit den musikalischen und insbesondere den gesanglichen Rahmen in der Kirchgemeinde stark geprägt und die Musik intensiv gefördert.

Am ersten Maisonntag wurde der Abendmahlsgottesdienst in der evangelischen Kirche Berneck mit den Schülerinnen und Schülern aus der 3. und 4. Religionsklasse gefeiert. Die Gruppe hatte mit Lehrerin Manuela Sieber eine Geschichte einstudiert und führte die Gottesdienstbesucher gekonnt in die Welt der Mäuse, die ihrer Umgebung Schaden zufügten und es dann doch schafften, ihre Lebenswelt zu erhalten. So illustrierten sie das Thema des Gottesdienstes «Wie im Paradies!?». Pfarrerin Manuela Schäfer feierte mit den Kindern und der Gemeinde das Abendmahl, in denen Brot und der Saft der Trauben als Zeichen der guten Schöpfung Gottes im Mittelpunkt standen. Franz Pfab am Piano begleitete die Feier musikalisch, und zum ersten Mal seit langem durfte wieder in diesem Rahmen mit allen gesungen werden. Die mitwirkenden Kinder und Gäste brachten zum Abschluss bunte Bänder auf der Empore der Kirche an, auf denen das Paradiesische in ihrem Leben zu lesen ist. (ms)

Foto: Michal Jarmoluk (Pixabay)

«Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können», sagt der Schriftsteller Jean Paul. Es scheint mir, je älter ich werde, desto grösser wird die Bedeutung der Erinnerung.

Aber auch in Zeiten wie diesen voller Beschränkungen hilft es mir, eine Weile in schönen Erinnerungen zu leben. In unserem Geist können wir noch einmal an die Orte verreisen, die uns bei Ausflügen und in den Ferien so viel Freu-de bereitet haben. Unser Erinnerungsvermögen überspringt Mauern und überwindet Entfernungen. In unserer Erinnerung sind auch Menschen, die verstorben sind, lebendig – und mit ihnen die vielen kostbaren Erlebnisse, die unser gemeinsames Leben ausgemacht haben.

«Erinnern», das heisst in sich gehen, innerlich werden. Darin liegt eine besondere Kraft. Erst durch unsere Lebenserfahrungen und die Tatsache, dass wir uns an sie erinnern können und somit Zugriff auf sie haben, werden wir zu Persönlichkeiten. Wir bekommen eine Lebensgeschichte. Ohne Erinnerung wären wir wie ein unbeschriebenes Blatt. Sie hilft, unser jetziges Leben zu ordnen und ein Gefühl der Sicherheit zu bekommen. Wir erkennen Vertrautes wieder im immer wiederkehrenden Ablauf des Tages und auch des Jahres mit seinen Festen, in Ritualen und immer ähnlichen Abläufen, etwa bei den Gottesdiensten in der Kirche. Das Erinnern ermöglicht uns, Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Es bringt Austausch und Verbundenheit. Sich erinnern heisst also nicht, nur rückwärts zu leben. Es hilft uns im Hier und Jetzt.

Auch in der Bibel spielt das Erinnern eine wichtige Rolle. Der Mensch erinnert sich an das, was Gott Gutes für ihn getan hat. Und auch Gott erinnert sich an seine Menschen. Das Erinnern Gottes ist oft mit einer heilsamen Zuwendung, mit einer Hilfe verbunden. Gott erinnert sich an seine Versprechen, uns nahe zu sein. Und die Menschen werden immer wieder daran erinnert, dass sie mit Gott Auswege aus ausweglosen Situationen gefunden haben. Da ist etwas doch noch gut gegangen, da hat sich eine Lage zum Guten gewendet, da habe ich das Gefühl gehabt, trotz allem nicht allein gewesen zu sein: Erinnerungen an Gottes Wirken in einem Leben.

Lassen wir uns möglichst oft erinnern an das Gute, die Freundschaft und die Liebe, kurz den Segen, den wir in unserem Leben erfahren haben. Fotos, Geschenke, ein Stein von einer Wanderung sind greifbare Erinnerungen. Mögen die guten Erinnerungen uns begleiten und neue Erlebnisse möglich sein, die zu guten Erinnerungen werden können.

Manuela Schäfer, Pfarrerin in Berneck
(Veröffentlicht im Rheintaler vom 24.04.2021)

Zum ersten Mal fand aufgrund der bekannten Umstände der ökumenische Suppenzmittag in Berneck als «Take away» statt. Die Organisatoren, die evangelische Kirchgemeinde und der Kirchenverein sowie die katholische Pfarrei Berneck, suchten in einer eingeschränkten Zeit nach Wegen,  etwas Gutes zu tun für die Bevölkerung vor Ort und durch die Spenden für das Hilfsprojekt von Fastenopfer in Kenya, das sich für den Bau von umweltfreundlichen, rauchfreien Kochöfen in den Haushalten einsetzt. Bei schönstem Frühlingswetter wurden die Ausgabestationen vor dem Lindenhaus aufgebaut und die beliebte Gerstensuppe vom Restaurant Ochsen geliefert. Über den Mittag verteilt kamen viele Menschen und holten für die Familien zu Hause einen Topf Suppe. Etwa 120 Liter wurden ausgegeben und die rekordhohe Summe von CHF 2 050 an Spenden eingenommen. (ms)